Sossenheim, ein eigentlich recht altes und mittlerweile eingemeindetes Dorf bei Frankfurt, kann so ziemlich mit allem aufwarten, was das gesichtslose deutsche Trabantenstadtwesen ausmacht. Für Poth war Sossenheim ein Quell der Kreativität. Wenn er morgens den ersten Spaziergang unternahm, wenn ihm schon auf dem Weg zum Supermarkt die ersten Kampfhundproleten über den Weg liefen, wenn ihm im Penny-Markt die ersten, in schillernde Jogginganzüge geschweißte Sonderangebotsjägerinnen die Sicht aufs Regal verstellten, dann war der Berufsärgerer in seinem Element.
Vor Poths Tod im Juni 2004 wurde dieser Band mit seinen Sossenheim-Bildern vereinbart, für das »böseste und genaueste Panoptikum des repressiven Alltags. Aus diesen Blättern werden wir in einigen Jahrzehnten genauer wissen, wie eine Vorstadt um die Jahrtausendwende ausgesehen hat und vor allem belebt wurde, als aus allen Fotos, Filmen, Erinnerungen.« (FAZ)