14.07.2016

Valeria Luiselli: Hochkultur in Lateinamerika?

Ein schöner kleiner Seitenhieb von Valeria Luiselli in El Pais Semanal, auf den wir in der perlentaucher-Magazinrundschau gestoßen sind. Luiselli macht sich dort Gedanken zur Wahrnehmung der Kultur ihres gequälten Heimatlandes:

„Alle Lateinamerikaner - und jetzt auch die Spanier: Herzlich willkommen! - reisen mit der Last durch die Welt, dass sie unglaublich kaputten Ländern angehören, die, was ebenfalls kaum zu glauben ist, trotz allem noch nicht verschwunden sind. Kein Wunder, dass sich die anderen da fragen, wie es sein kann, dass in unseren Ländern die kleine 'Hoch'-Kultur neben und trotz einem derart katastrophalen politischen und gesellschaftlichen Zustand existiert. Darum ist es auch nur normal, dass beispielsweise norwegische Schriftsteller bei Lesungen gefragt werden, ob sie morgens Müsli frühstücken oder sich mit der rechten oder der linken Hand die Zähne putzen, während ein Lateinamerikaner unweigerlich erklären soll, wieso es in einem Land, das Kokain, Favelas, Korruption, den Zika-Virus, Telenovelas oder einen Mariano Rajoy hervorbringt, auch Literatur gibt. Auf diese so berechtigte wie gutgemeinte Frage gibt es immer nur die gleiche, ein wenig entnervte Antwort: Tja, meine Damen und Herren, wir sind nun mal komplexer, raffinierter und widerstandsfähiger als man denkt.“ Hier der komplette Beitrag im Original.

Mit Valeria Luisellis neuem Roman „Die Geschichte meiner Zähne“ beschäftigt sich heute Christian Metz in der FAZ: eine sehr lesenswerte Besprechung unter der schönen Überschrift „Ein Königreich für ein Gebiss“

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