09.04.2015

Buch der Stunde: Alice Goffmans „On the Run“

Spätestens nach den Todesschüssen von Charleston in South Carolina ist Alice Goffmans „On the Run“ so etwas wie das Buch der Stunde. Die Autorin hat jahrelang in einem schwarzen Armenviertel gelebt und beschreibt den Alltag der dort lebenden Menschen. Annette Spohn in ZDF aspekte: „Eine niederschmetternde Bilanz: auf legalem Wege ist das Leben dort fast nicht zu bewältigen. Und Schuld daran ist das System der amerikanischen Polizei und ein Rechtssystem, das an den Möglichkeiten der Menschen vorbei geht."

Auch in einem Gespräch zwischen Barack Obama und David Simon, dem Macher von The Wire, ging es neulich um das Scheitern des „War on Drugs“ und des amerikanischen Gefängnissystems.

In einer ausgezeichneten Rezension von Goffmans „On the Run“ schreibt Milena Fee Hassenkamp im aktuellen Freitag: „Bis zum August vergangenen Jahres blieb diese Politik weitgehend unbeachtet. Dann kam Ferguson: Ein unbewaffneter 18-jähriger Schwarzer wurde von einem weißen Polizisten erschossen, es folgten monatelange Unruhen in den Straßen des Vororts von St. Louis. Die Dimensionen einer Politik, die mit dem Schlagwort Krieg betitelt ist, wurden nun für alle sichtbar. Eine Politik, die parallel dazu, dass schwarze US-Amerikaner in der 60er und 70er Jahren ihre vollen Bürgerrechte erlangten, ein Strafjustizsystem aufbaute, das bislang ohne Vergleich geblieben ist. Die Soziologin Alice Goffman hat dieses System von innen betrachtet und ein Buch darüber geschrieben. ‚On the Run‘ liest sich wie der Plot der bekannten HBO-Serie The Wire.“

Womit die Kreise geschlossen wären!

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