06.05.2015

Interviews mit Alice Goffman

Diese Woche sind gleich zwei große Interviews mit Alice Goffman, der Autorin von „On the Run“, erschienen. Ihre Studie über die Kriminalisierung der Armen in Amerika ist ein Schlüssel zum besseren Verständnis der Vorfälle in Ferguson, Baltimore usw. Hier zwei kurze Interview-Auszüge:

Matthias Kolb, SZ: Wie kam es dazu, dass Sie als Studentin in ein Schwarzen-Viertel in Philadelphia gezogen sind?
Alice Goffman: Ich habe 2002 begonnen, einer 15-jährigen Afroamerikanerin Nachhilfe zu geben. Ich mochte Aishas Familie und als mein Mietvertrag endete, schlug die Familie vor, eine Wohnung in ihrem Viertel zu mieten. Ich war eine der wenigen Weißen in dieser Gegend, 98 Prozent der Bewohner sind schwarz. Nachdem ich Aishas Cousin Reggie und desse Freunde kennengelernt hatte, beschloss ich, meine Abschlussarbeit in Soziologie über deren Alltag zu schreiben.

Oskar Piegsa, SPON: Ist eine Polizei, die zur "routinemäßigen Gewalt" neigt, überhaupt reformfähig?
Goffman: Es ist nicht so, dass die Polizisten machen, was sie wollen. Sie taten, was wir von ihnen verlangten. Sie handelten gemäß der Null-Toleranz-Philosophie. In Ferguson, Baltimore und anderswo ist eine überwiegend friedliche politische Bewegung entstanden. Die Betroffenen melden sich zu Wort. Mehr und mehr Menschen wird klar, dass es hier um Bürgerrechte und um Rassismus geht. Das ist neu. Wir stehen an einem historischen Scheidepunkt. Die Frage ist, wie weit wir jetzt kommen.

Die vollständigen Interviews können Sie auf sueddeutsche.de bzw. auf spiegel.de nachlesen!

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