08.12.2014

Marie Marcks ist gestorben

Sie hat uns bis zuletzt durch ihren wachen Geist und ihre auch im hohen Alter ausgeprägte Unerschrockenheit beeindruckt: Marie Marcks, in deren Werk sich fast ein ganzes Jahrhundert abbildet, hat nie viel vom Stillsitzen gehalten. Jetzt ist sie im Alter von 92 Jahren gestorben.
Marie Marcks wurde am 25. August 1922 in Berlin geboren, nach dem Abitur begann sie ein Architekturstudium, das sie nach vier Semestern abbrach. In der Kunstschule der Mutter lernte sie schon sehr früh den Umgang mit Zeichengeräten. Seit 1948 lebte sie in Heidelberg. Marie Marcks hat fünf Kinder großgezogen, sie war zweimal geschieden und war fast immer alleinerziehend. Seit 1945 war sie als freie Malerin und Grafikerin tätig, Buchillustrationen, Plakat- und Ausstellungsgestaltung gehörten zu ihrem Tätigkeitsfeld. Anfang der 60er Jahre begann Marie Marcks Karikaturen zu zeichnen: wissenschaftspolitische Karikaturen für die Zeitschrift atomzeitalter, tagespolitische Karikaturen für die Süddeutsche Zeitung, die Zeit, die Brigitte und die Titanic. Themen ihrer Karikaturen waren Umweltverschmutzung, Atomenergie, Emanzipation und Erziehung, oft lange bevor diese in die öffentliche Diskussion kamen.
Es folgten zahlreiche Buchveröffentlichungen, u.a. „Weißt du, dass du schön bist?“ (1974), „Marie es brennt! Autobiographische Aufzeichnungen“ (1984), „Prost die Herren“ (1992), „Du siehst nie, was ich für dich tue!“ (1997), „Hast du jetzt den Überblick?“ (2002) und „Niemand welkt so schön wie du“ (2005) - alle im Verlag Antje Kunstmann - sowie „Darf ich zwischen euch?“ (1982, Diogenes / vergriffen) und „Lemminge“ (1990, Fischer / vergriffen).
Regelmäßig waren ihre Arbeiten auf Ausstellungen zu sehen, zuletzt in der Caricatura in Frankfurt. 2002 wurde Marie Marcks der Satirepreis „Göttinger Elch“ verliehen, 2008 der Deutsche Karikaturenpreis, das Bundesverdienstkreuz hatte sie schon.

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