28.10.2014

„Was ist Currywurst?“ - Michael Pollan in zwei Interviews

Am vergangenen Wochenende sind gleich zwei Interviews mit unserem Autor Michael Pollan über sein neues Buch „Kochen“ erschienen, am Samstag in der taz und am Sonntag in der FAS. Hier zwei kurze Auszüge:

Frage Peter Unfried (taz): „Sie schwärmen in Ihrem gerade erschienenen Buch ‚Kochen‘ von Familien, die wieder zusammen essen. Das klingt gut, aber auch nach der guten alten Zeit, als Muttern kochte, Vater brummte und die Kinder kuschten.“
Antwort Michael Pollan: „Das klingt vielleicht konservativ, aber das ist es nicht. Man kann nicht zurück zu dem, was früher war. Wenn wir die Kultur des häuslichen Kochens schaffen oder stärken wollen, so ist das nicht die Rückkehr, sondern eine veränderte Kultur. Männer kochen, Kinder kochen, Frauen kochen. Es mag andere Wege geben, aber es ist der schnellste Weg, Industriekonzerne rund um die Essensfrage wieder aus dem eigenen Haus zu bekommen, in das sie sich reingedrängt haben.“

Frage Bertram Eisenhauer (FAS): „Die Geschichte, die Sie in Ihrem Buch erzählen, hat auch einen Schurken: die Lebensmittelindustrie. Aber indem diese den Leuten das Kochen in Teilen oder ganz abnimmt, spart sie ihnen doch auch Zeit, oder?“
Antwort Michael Pollan: „Ja, aber womit verbringen wir einen Teil der gesparten Zeit? Mit Essen. Das ist das Seltsame: Wir kochen weniger, aber wir essen mehr. Die Zeit, die wir sparen, weil die Lebensmittelindustrie für uns kocht, verbrauchen wir durch verschiedene Tätigkeiten: teilweise, indem wir Überstunden machen, teilweise, indem wir länger im Auto sitzen, weil unsere Pendlerwege länger geworden sind – und also bringen wir unser Essen mit ins Auto.“

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