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Jan Karski
Mein Bericht an die Welt
Geschichte eines Staates im Untergrund

624 Seiten
sofort lieferbar
erschienen im Februar 2011

Übersetzt von Franka Reinhart, Ursel Schäfer
ISBN 978-3-88897-705-3
Beitrag von Céline Gervais-Francelle

Jan Karski

Mein Bericht an die Welt

"Ich weiß, dass viele Menschen mir nicht glauben werden und denken, dass ich übertreibe. Ich kann nur sagen, dass ich alles mit eigenen Augen gesehen habe und dass es die Wahrheit ist." Jan Karski

Dass Jan Karski, eine der zentralen Figuren des polnischen Widerstands, die Alliierten schon 1942/43 mit der Realität des Holocaust konfrontierte, hat ihm in Israel einen Platz unter den"Gerechten" eingetragen. Sein Lebensbericht "Story of a Secret State", 1944 unmittelbar unter dem Eindruck der Ereignisse geschrieben, wurde in den USA zu einem Sensationserfolg. Danach schienen Autor und Buch verschollen, bis Claude Lanzmann den herausragenden Zeitzeugen für seinen Film "Shoah" interviewte. Heute wird Jan Karski neu entdeckt, und erstmals liegen seine außergewöhnlichen Memoiren auf Deutsch vor – ein Dokument allerersten Ranges, Zeitgeschichte, die sich wie ein Kriminalroman liest.
Als Hitler Polen überfällt, flieht der junge Offizier mit der zerschlagenen Armee gen Osten – und läuft den Sowjets in die Arme, die ihn an die Deutschen ausliefern. Damit beginnt die abenteuerliche Odyssee Karskis durch ein Europa in Krieg und Aufruhr. In tollkühner Flucht schlägt er sich zur polnischen Untergrundbewegung durch, wird rasch mit wichtigen Missionen betraut. Jüdische Partisanen schleusen ihn heimlich ins Warschauer Ghetto und ein Konzentrationslager, wo er Augenzeuge der Judenvernichtung wird. Karski gerät in die Fänge der Gestapo, wird gefoltert, flieht erneut. Seine wichtigste Mission als Kurier für den Widerstand führt ihn schließlich 1942 quer durch Nazi-Deutschland nach England und Amerika, um Anthony Eden und Roosevelt persönlich Bericht zu erstatten.

Autorenporträt

Jan Kozielewski wurde 1914 in Lodz geboren, 1942 nahm er den Namen Karski an. Seit 1939 Kurier der polnischen Untergrundbewegung, gelangte er 1943 in die USA und wurde von Präsident Roosevelt empfangen. Er blieb dort nach seiner Enttarnung und lehrte bis zu seinem Tod im Jahr 2000 als Professor ...
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"Karski hat den Großen dieser Welt enthüllt, was die Welt nicht wissen wollte." Jorge Semprún
 
Doris Küstner am 22.09.2011
"Dieses Buch will nur eine persönliche Geschichte erzählen, meine Geschichte! Ich habe versucht, mich an alles zu erinnern, was ich erlebt habe, und von den Taten all derer zu erzählen, denen ich damals begegnet bin." Dieses Zitat stammt aus dem letzten Kapitel "Postskriptum" welches Jan Karski an seine Erlebnisse angehängt hat. Auf den vorangegangenen 542 Seiten erzählt er von seiner Untergrundarbeit die er für die polnische Exilregierung in England geleistet hat. Als Polen 1939 von Hitler überfallen wird, gerät Karski in russische Gefangenschaft, kann sich aber mit anderen Häftlingen während einer Zugfahrt befreien. Da er nicht weiß wohin er gehen soll, sucht er in Warschau seine Schwester auf. Entsetzt muss er feststellen dass sein Schwager wenige Wochen zuvor verhaftet und erschossen wurde. Verzweifelt und ratlos besucht er einen früheren Freund, zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnend, daß dies sein Einstieg in den polnischen Untergrund ist. Während eines Einsatzes fällt er der Gestapo in die Hände und muss während seiner Gefangennahme schlimmste Folter ertragen. Während einer "Sitzung" und einem weiteren Schlag auf den Kopf täuscht er vor ohnmächtig zu werden. "Solche schauspielerischen Einlagen nützen ihnen überhaupt nichts...Diese Schläge hinter die Ohren wurden von unseren besten Medizinern entwickelt. Sie tun zwar höllisch weh, aber man kann dadurch keinesfalls das Bewusstsein verlieren. Theatralisches Getue kann gegen wissenschaftliche Tatsachen nichts ausrichten." Nachdem die Foltermethoden immer unerträglicher werden schneidet sich Jan Karski mit Rasierklingen die Pulsadern auf. Ein Wärter findet ihn und er wird in zweifacher Hinsicht gerettet, einmal sein Leben und dann gelingt es der Organisation ihn aus dem Krankenhaus zu schleusen. Erst 1986 erfährt Karski wieviele Menschenleben seine Flucht gekostet hat. Anfang Oktober 1942 trifft Karski mit zwei "Vertretern" des Warschauer Gettos zusammen und erfährt von der Deportation und Ermordung von 300.000 Menschen. Unter allergrößten Schwierigkeiten und Lebensgefahr läßt Karski sich sowohl in das Warschauer Getto als auch in das Vernichtungslager nahe der Stadt Belzec einschleusen....und in seinem Bericht schildert er davon schon 1942 - wie es weiterging wissen wir alle! Man kann noch so viele Bücher über diese Zeit lesen, begreifbarer wird es nicht und wird es nie werden. Unbedingte Leseempfehlung!
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