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Paul Murray
Skippy stirbt

782 Seiten
sofort lieferbar
erschienen im Januar 2011

Übersetzt von Rudolf Hermstein, Martina Tichy
ISBN 978-3-88897-700-8

Paul Murray

Skippy stirbt

Zwischen Hogwards und der Enfield Tennis Academy liegt Seabrook.

Ruprecht Van Doren ist ein übergewichtiges Genie, seine Hobbies sind komplexe Mathematik und die Suche nach außerirdischer Intelligenz. Mit Daniel ›Skippy‹ Juster teilt er sich ein Zimmer im Turm des Seabrook College, einer altehrwürdigen Dubliner Institution, in der sich keiner so richtig für die beiden interessiert. Aber als Skippy sich in Lori verliebt, eine Frisbee spielende Schönheit aus der Mädchenschule gegenüber, haben auf einmal alle möglichen Leute Interesse – auch Carl, Teilzeit-Drogendealer und offizieller Schulpsychopath. Während seine Lehrer mit der Modernisierung kämpfen und Ruprecht versucht, ein Portal in ein paralleles Universum zu öffnen, steuert Skippy, im Namen der Liebe, auf einen Showdown zu – in Form eines fatalen Doughnut-Wettessens, das nur eine Person überleben wird...

Autorenporträt

Paul Murray, geboren 1975, studierte Englische Literatur und Creative Writing an der University of East Anglia. Danach arbeitete er als Buchhändler. Nach An Evening of Long Goodbyes (2005) und dem Bestseller Skippy stirbt (2011) ist dies sein dritter Roman. Er lebt in Dublin und gilt als eine der...
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"Ein lauter, witziger, tragischer und unendlich einfallsreicher Roman – Paul Murray schreibt einfach brillant!" The Times
 
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14.11.16, 19:30 Uhr

Paul Murray liest »Der gute Banker«

Lesung

50733 Köln

Bri am 01.07.2011
"... Vielleicht bestehen die Dinge ja nicht aus Strings, sondern aus Geschichten, einer Unzahl winziger, vibrierender Geschichten, einst waren sie alle Teil einer großen, gigantischen Supergeschichte, bloß dass die in eine Zillion verschiedener Teile zerbrochen ist, deswegen ergibt keine Geschichte für sich einen Sinn, und deswegen musst du in deinem Leben versuchen, sie wieder zusammenzuweben, meine Geschichte in deine Geschichte, unsere Geschichten in die all der anderen Menschen, die wir kennen, bis du was hast, was für Gott oder sonst wen wie ein Buchstabe aussieht, oder sogar wie ein ganzes Wort ..." Genau das ist es, was Paul Murray in Skippy stirbt! macht: er webt Geschichten zu einer einzigen Supergeschichte. Ob diese für irgendwen einen Buchstaben oder ein Wort ergibt, das kommt darauf an, wie weit man sich als Leser darauf einlässt. Ich habe mich darauf eingelassen - zugegeben nach anfänglichen Zweifeln - und für mich ergab das Ganze mehr als nur einen Buchstaben. Bevölkert werden die drei Bände - Hopeland, Heartland, Ghostland - von den unterschiedlichsten Personen. Hier findet sich alles. Vom ehemaligen Seabrook Rugbychampion, der durch einen Unfall seiner Karriere beraubt, jetzt in seiner alten Schule Lehrer und Schwimmtrainer ist, bis zu Ruprecht van Doren, Skippys Zimmergenossen und übergewichtigen Freund, Mathematikass, genial, nach fremdem Leben im All suchend. Eins haben alle gemeinsam: Sprachlosigkeit und die damit einhergehende Unfähigkeit zur tiefer gehenden Kommunikation. Von pubertierenden Jungs kann man eine solche Fähigkeit nicht verlangen, sie sind zu sehr mit sich selbst und den Veränderungen in ihrem Umfeld beschäftigt. Noch dazu, wenn sie damit durch die offensichtlich komplett überforderten, nur vermeintlich erwachsenen Menschen um sie herum alleine gelassen werden. Ohne Ausnahme hat hier jeder "sein Päckchen zu tragen". So bunt das Personal, so vielfältig die Themen, die in diese Supergeschichte eingewoben werden. Die Komplexität wächst mit den Geschichten, wie es eben so ist. Nichts ist linear, alles ist miteinander verbunden. Aber hoppla, kommt mir das alles nicht bekannt vor? Was macht dieser Murray da eigentlich? Manche Dialoge sind so locker und leicht und dabei genau ausformuliert, dass sie als Schablone für viele alltägliche Gespräche herhalten könnten und manchmal bleibt mir dabei das Lachen im Halse stecken, weil ich mal wieder erkenne, wie trostlos das alles eigentlich ist. Trostlos aber nur dann, wenn man nicht die Hoffnung hat, dass hinter all den Äußerlichkeiten und Fassaden mehr stecken kann, dass wir einfach genauer hinsehen und dichter dran bleiben müssen, dass wir alle eins sind, dass unsere Geschichten miteinander verwoben sind, ob wir wollen oder nicht. Und diese Hoffnung gibt uns Murray, nicht wie erwartet in Hopeland, sondern erst in Ghostland, als Skippy längst gestorben und trotzdem noch präsent ist. Was die Aufmachung angeht: die drei wunderschön im Retrolook gestalteten Bände im stabilen Schuber machen sich gut in jedem Regal. Dafür ein dickes Lob an den Kunstmann Verlag, der einmal mehr andere Wege beschritten hat und mit dem beigelegten Lesezeichen, das ein Who is Who der wichtigsten Personen der Supergeschichte ist, das Tüpfelchen mal wieder auf das I gesetzt hat. Unbedingte Leseempfehlung, an alle, die gut erzählte Geschichten mögen und die genügend Empathie besitzen, das anstrengende Leben Pubertierender ertragen zu können. Gratulation zur Hotlistnomierung!
Claudia Fanara am 08.07.2011
„Skippy stirbt“ kommt optisch äusserst schick daher. 780 Seiten lang, aufgeteilt in drei Bände namens Hopeland, Heartland und Ghostland, werden wir in das renommierte Dubliner Seabrook-College katapultiert. Eine reine katholisch geführte Knabenschule in der ein Grüppchen Jungs im Internatbetrieb wohnt. Sie sind nicht zu beneiden. Wie der Titel dieses Romans schon verrät, stirbt Skippy. Auf Seite elf verabschiedet er sich in Ed's Doughnut House; fällt erst blauviolett, dann eierschalenblau im Gesicht, einfach vom Stuhl. Exitus! Wie es dazu kam und ob sein spektakuläres Ableben etwas mit dem Doughnut-Wettessen zu tun hatte, das gilt es nachzulesen in diesem 780 Seiten starken Roman. Aber zurück zum Seabrook College. Rückblende. Wir lernen Daniel Juster, genannt Skippy, und seine Schulkameraden kennen. Geplagt durch hüpfende Hormone und betreut von Lehrern, die alle ebenfalls ihr Päckchen zu tragen haben, folgen wir ihnen. Die benachbarte Mädchenschule macht es für die Jungs auch nicht einfacher. Dass Daniel sich ausgerechnet in Lori verguckt, führt ihn in nicht unerwartete Schwierigkeiten. Wo doch auch der offizielle Schulhof-Psychopath Carl ein Auge auf Lori geworfen hat, hätte Daniel nun wirklich ein ungefährlicheres Objekt der Begierde ins Visier nehmen können. Aber wie allen Verliebten wachsen auch Daniel Flügel und so sorgt er für eine deftige Überraschung, die sich sprichwörtlich gewaschen hat. Ruprecht, Daniel's hochbegabter Zimmergenosse ist laufend auf der Suche nach dem Portal in ein Parallel-Universum und macht die anderen Jungs vom Internatsbetrieb ganz verrückt mit seinen Experimenten. Und ganz nebenbei begegnen wir auch jungen neurotischen Lehrern, die sich ihr Leben so ganz anders vorgestellt haben und sich irgendwann erschreckt fragen, ob es das wirklich schon war. „Skippy stirbt“ lebt von skurrilen Charakteren, Sprachwitz und Situationskomik. Neben aller Komik, die Paul Murray in diesen Roman gepackt hat, ist zwischen den Zeilen allerdings deutlich zu erkennen, dass er gründlich mit der Institution der katholischen Kirche abrechnet. Und das tut es so, dass einen zeitweise auch das Lachen im Hals stecken bleibt. Wer wissen will, warum Skippy gestorben ist, dem bleibt nichts anderes übrig, als diesen Roman bis zum bitteren Ende zu lesen. Fazit: Skurriler aber auch zeitweilig tragischer Entwicklungsroman mit einigen Längen von einem Autoren, den es auf jeden Fall im Auge zu behalten gilt.
Doris Küstner am 22.09.2011
Skippy stirbt - und das tut er gleich auf den ersten paar Seiten. Ich konnte das garnicht glauben und habe den Abschnitt noch und nochmal gelesen, doch da stand es. Unmissverständlich. Und ganz wichtig: es hat der Geschichte keinen Abbruch getan. Skippy besucht ein christliches Internat in Dublin, zuhause läuft es nicht allzu doll und er taucht zunehmend in die Welt der Konsolenspiele ab. Leicht angestaubt (es ist kein Geheimnis das Pater Green das Unterrichten hasst) sowohl den Lehrkörper als auch die Schulpolitik betreffend, nimmt sich der kommisarische Direktor vor aus der Schule ein Markenprodukt zu machen. "Wasserlebewesen atmen genau wie die Menschen Sauerstoff ein, aber sie gewinnen ihn, über ihre Kiemen, aus dem Wasser. Einige Organismen haben sowohl Kiemen als auch Lungen - kann mir jemand sagen, wie man sie nennt?" Flubber Cooke hebe die Hand. "Meerjungfrauen?" Mit Ruprecht Van Doren, der wie besessen nach außerirdischer Intelligenz sucht teilt Skippy sich in Seabrooke College ein Zimmer und jeder geht seinen Interessen nach, Ruprecht sitzt am Computer und Skippy an der Spielekonsole.....doch eines Tages beim Blick aus dem Fenster sieht Skippy auf dem nahegelegenen Schulhof der Mädchenschule das bezaubernste Wesen der ganzen Welt. Er verliebt sich, seine Freunde können das nicht glauben und als sich heraustellt dass die Angebetete die Freundin des allzeit bekannten und gefürchteten Mitschülers Carl ist, versuchen sie ihm diese Verliebtheit auszureden. Aber die Liebe beflügelt Skippy und er wird zusehends wagemutiger. Fazit: Eine coming-of-age-Geschichte die alle Zutaten enthält die dieses Genre braucht. Die Nöte der Pubertät, übersteigertes Selbstbewußtsein und auch das krasse Gegenteil davon "Der abhandengekommene Ehrgeiz, der stiere Blick, das schwer gestörte Sozialverhalten, das ständige Zucken - hier hat wieder einmal die Pubertät zugeschlagen" - aus der Sicht eines Paters Das Nichtverstehen der Erwachsenen, erste sexuelle Erfahrungen und Gefühle, das affige Auftreten dem anderen Geschlecht gegenüber, überheizte und übelriechende Klassenzimmer - all das fasst Paul Murray in dieser tragischkomischen Geschichte so gekonnt zusammen, dass sich die 782 Seiten wie im Flug weglesen lassen. Wer Romane über das Erwachsenwerden und auch Antihelden mag wird hier auf sehr intelligente Art und Weise unterhalten (dk)
fraulaube am 12.06.2012
Ein großartiger Comin-of-Age Roman und schon jetzt mein Lieblingsbuch des Jahres. Wie kein anderer bringt Murray dem Leser 14-jährige Jugendliche auf ganz natürliche Art und Weise nah. Dies erreicht er nicht zuletzt mit dem gekonnten Einsatz von perfekt ausgearbeiteten und charakteristischen Erzählstimmen.
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