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Inhalt

Eine kleine Verlagsgeschichte

Der Verlag Antje Kunstmann wurde 1976 gegründet, damals unter dem Namen Weismann Verlag-Frauenbuchverlag – zwei Verlagsprogramme unter einem Dach und von Peter Weismann und Antje Kunstmann geführt. Als Peter Weismann den Verlag verließ, wurde das Programm neu strukturiert und firmierte ab 1990 unter dem Namen der Verlegerin.

Schwerpunkte des Verlags sind die Literatur und das Sachbuch. Dazugekommen sind im Laufe der Jahre besonders schön illustrierte Bücher, ausgesuchte Kinderbücher und HörKunst bei Kunstmann. Jedes Jahr erscheinen etwa 45 Titel - Romane, Kurzgeschichten, Gedichte, Essays, ein thematisch weit gefächertes Sachbuchprogramm und Reportagen von deutschsprachigen und internationalen Autorinnen und Autoren.

Die Geschichte eines Verlags erzählt sich mit den Autorinnen und Autoren und in ihren Büchern, die sich unter seinem Dach versammeln. Was sie erzählen und wie sie erzählen, spiegelt das „Programm“ des Verlags – inhaltlich und ästhetisch.

Programmatisch in diesem Sinne waren für die 70er und 80er Jahre die Romane und Erzählungen von Alice Walker, Fay Weldon und Helke Sander. Sie reflektieren die Aufbruchsstimmung dieser Jahre, vor allem die der Frauen – feministisch, undogmatisch und amüsant.

Mit den hochgelobten gesellschaftskritischen Romanen des spanischen Autors Rafael Chirbes, mit dem englischen Autor Tim Parks, dem Meister heutiger Familiendramen, mit der kanadischen Autorin Barbara Gowdy, deren Roman „Der weiße Knochen“ – die „Buddenbrooks der Elefanten" – ein internationalen Bestseller wurde, und mit den ersten Romanen und Erzählungen von Roberto Bolaño hat sich der Verlag in den 90er Jahren etabliert. Mit Axel Hackes poetischen Alltagsgeschichten gelang dann auch der Durchbruch zum großen Publikum. „Der kleine Erziehungsberater“ traf den Nerv einer Generation, mit einer Auflage von über einer Million Exemplare. Seine Bücher, zauberhaft illustriert von Michael Sowa, sind Kult, haben eine riesige Fangemeinde und sind in viele Sprachen übersetzt.

Witz, Ironie, der spielerische, souveräne Umgang mit Sprache und der kritische Blick auf die Zumutungen der Welt zeichnen auch die Autoren F.W. Bernstein, Chlodwig Poth, Eckhard Henscheid, Greser&Lenz, Fritz Eckenga, Wiglaf Droste, Funny van Dannen, Thomas Gsella, Christian Maintz und Hauck&Bauer aus. Gedichte, Karikaturen, Kurzgeschichten – die komische Kunst war von Anfang an mit den Büchern der großen Karikaturistin Marie Marcks Programm.

Die Reihe „Meister der komischen Kunst“ versammelt die besten deutschsprachigen Vertreter der satirischen Grafik und Malerei seit 1950, wahre Meister der spöttischen Weisheit, lebens- und humorprägend für uns alle.

In den 2000er Jahren sind viele spannende Autorinnen und Autoren zum Verlag gestoßen: Véronique Olmi, Louise Welsh, Kristof Magnusson, Paul Murray, Rayk Wieland, Björn Bicker, Hassan Blasim, David Constantine, Neel Mukherjee, Jeff VanderMeer, Antonio Ortuño, Valeria Luiselli, Eduardo Rabasa, Julia Jessen, Kathrin Aehnlich, Donatella Di Pietrantonio und Jesmyn Ward.

„Wer nur etwas von Literatur versteht, versteht auch davon nichts. Um sie zu verstehen, muss man auch von anderen Gegenständen etwas verstehen, von Geschichte, Politik, Psychoanalyse, Ökonomie, Kritischer Theorie, von anderen Kulturen und Gesellschaften“, schrieb Lothar Baier in seinem Essay „Was wird Literatur“. In diesem Sinne positioniert sich das Sachbuchprogramm des Verlags. Dafür stehen Autorinnen und Autoren wie Donata Elschenbroich und Hermann Scheer, Noam Chomsky und Barbara Ehrenreich, Fabrizio Gatti, Michelle Alexander, Robert Skidelsky, Yanis Varoufakis, Mariana Mazzucato, Christiane Grefe, Mathias Greffrath und Gilles Kepel, Stefano Mancuso, David Haskell und Michael Pollan, David Simon, Oscar Martinez und Gabriele Goettle. Und das auf fünf Bände angewachsene Protokoll des NSU-Prozesses von Annette Ramelsberger, Tanjev Schultz und Rainer Stadler - eine Tiefenbohrung in die deutsche Gesellschaft.

In den über 40 Jahren seines Bestehens ist der Verlag auch mit ungewöhnlichen Büchern aufgefallen, die nicht ohne weiteres dem literarischen oder dem Sachbuchprogramm zuzuordnen sind: mit Wolf Erlbruchs Bilderbuch für Erwachsene „Ente, Tod und Tulpe“, Oren Lavies und Wolf Erlbruchs Kinderbuch „Der Bär, der nicht da war", mit Barbara und Dirks Schmidts „Kamfu mir helfen“, mit Pierre Bayards „Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat“, mit einem Text des berühmten Architekten Oscar Niemeyer „Wir müssen die Welt verändern“, mit Renate Justs ungewöhnlichen Reiseführern „Krumme Touren – Reisen in die Nähe“ und mit Philipp Lahms „Der feine Unterschied“, dem am besten verkauften Fußball-Buch seit Toni Schumachers „Anpfiff“.

Seit 2000 pflegt der Verlag außerdem ein sorgsam zusammengestelltes Hörbuchprogramm mit Lesungen, Hörspielen und Features: gute Geschichten – große Stimmen: Hanns Zischler und Axel Milberg lesen Tim Parks, Cornelia Boje liest Rafael Chirbes, Mario Adorf „Da geht ein Mensch“ von Alexander Granach, Axel Hacke, Wiglaf Droste und Funny van Dannen lesen ihre eigenen Texte. Die fast schon legendäre, von Jürgen Roth herausgegebene Hörbuch-Reihe „Politik im Originalton“ bietet „eindrucksvolle Geschichtsstunden, die in allen Schulen stattfinden müssten“ (NDR). Und „Die Chronik der Gefühle“ von Alexander Kluge, inszeniert von Karl Bruckmaier, wurde mit dem Deutschen Hörbuchpreis 2010 für die beste Fiktion ausgezeichnet.

Besondere illustrierte Bücher sind seit 2008 fester Bestandteil des Programms. Bilderbuch-Reiseführer von Miroslav Sasek („humorvolles Kinderbuch, stilbildendes Kunstwerk, Reiseführer und Kultobjekt – alles in einem“, BR2), „Mein schwarzer Hund“ von Matthew Johnstone, das mit „tierisch guten Illustrationen, mit Witz und Wärme von Depression erzählt“ (Harald Schmidt), „Mach dieses Buch fertig“, ein weltweit erfolgreiches Buch der amerikanischen Künstlerin Keri Smith, die damit eine neue Kreativbewegung ins Leben gerufen hat, die von Rotraut Susanne Berner illustrierten wunderbaren Gartenkolumnen von Susanne Wiborg, „Der Garten“ des Künstlers ATAK, der illustrierte Sprachführer von Luci Gutiérrez „Englisch ist nicht easy“ oder die HIRAMEKI-Bücher von Peng + Hu - sie befördern die Kunst zu sehen, zu gestalten und die Kunst, „schöne Bücher zu verschenken“.

Das Credo des Verlags ist und soll bleiben: die Leselust und das Denken zu befördern, die Autoren und ihr Werk zu pflegen, dem „Publikumsgeschmack nicht nachzurennen, sondern ihn zu prägen“, wie der Verleger Kurt Wolff so schön gesagt hat. In Zeiten einer ständig wachsenden Informationsflut durch das Internet, immer unübersichtlicher werdender Buchproduktion, immer größerer Verlagskonglomerate, gilt es Gärten anzulegen im Dschungel und Autoren ein verlässliches Gegenüber zu bieten, denn sie vertrauen ihr Werk immer einer Person an. „Ich mag es,“ schrieb Rafael Chirbes, „mit einem Verleger zu arbeiten, der meine Bücher liest, der sie durcharbeitet, der sie mit mir bespricht, der mir nach der Lektüre einiger von ihnen gesteht, dass sie ihn berühren, ja verwunden, so wie ich selbst aus dem Schreibprozess hervorgehe; einen Verleger, mit dem mich eine Wahlverwandtschaft verbindet.“

 

Wahlverwandtschaften suchen auch die Leserinnen und Leser. Die Verwandtschaft sollte nicht unkenntlich werden, der Verlag übersichtlich bleiben. Kenntlich für die Buchhändlerinnen und Buchhändler, mit einem klaren Programm, produziert von einem kleinen engagierten Team.

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