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253 Seiten

Kathrin Aehnlich

Wenn die Wale an Land gehen

Roswitha Sonntag reist nach New York. Sie ist gerade geschieden worden, und es war die Frage ihres Mannes, die den Ausschlag für die Reise gegeben hat: »Warum hast du eigentlich Mick nie besucht?« Mick war im Studium ihr bester Freund und der Mittelpunkt ihrer Clique, die damals in den 80er-Jahren in Leipzig unzertrennlich war und unbesiegbar. Gemeinsam nutzten sie die kulturellen Freiräume, die sich in einem Land öffneten, das langsam in Agonie versank. Sie fotografierten, drehten Filme mit einer russischen Super-8-Kamera, führten eine Rock-Oper auf, und die Musik aus dem Feindesland Amerika lieferte den Soundtrack dazu. Als sie am Ende des Studiums in einen Alltag zurückgeworfen werden, den sie so nie leben wollten, tauchen merkwürdige Leute bei ihnen auf. Zuerst lachen sie darüber und geben den Genossen den Namen »Die Handwerker«. Aber die Handwerker verstehen ihr Handwerk, und nicht jeder kann ihnen standhalten.
Kathrin Aehnlich erzählt von den letzten Jahren der DDR so lakonisch, heiter und atmosphärisch, dass man den Putz an der Wand bröckeln sieht. Wenn die Wale an Land gehen ist ein wunderbarer Roman über Träume, Zusammenhalt, große und kleine Fluchten und über die Sehnsucht nach einem anderen Leben, die bis heute nachwirkt.

Erhältlich als

Autorenporträt

Pressestimmen

"Ein Blick auf den Osten von früher und den Westen von heute: Roswitha reist nach New York. Sie ist frisch geschieden und macht sich auf die Suche nach Mick, der vor über zwanzig Jahren aus der DDR geflohen ist. Mick war 'drüben' Roswithas bester Freund und Mittelpunkt einer Clique von Leuten, die die wenigen Freiräume der erstarrenden DDR ausnützten: sie fotografierten, drehten Super-8-Filme und schrieben eine Rock-Oper. Bis sie der ostdeutche Alltag einholte. Und die Stasi."
Michael Luisier, Schweizer Radio SRF1 Buchzeichen

"Kathrin Aehnlich findet eingängige Bilder für komplexe Gefühlslagen, Dialoge, die mehr sind als die Summe ihrer Wörter. Frei von politisch-historischer Last erzählt sie mit Heiterkeit im Herzen
und Unbestechlichkeit im Geist vom harmlos-spießigen 'Mahlzeit'-Gegrüße und vom Eingreifen der Macht in die Träume der Anderen. Aber eben auch von Klugheit und Wärme. Es ist, als säße
der Leser mit ihr gemeinsam am Tisch oder auf dem Fußboden einer Wohnheimküche
oder in einer Bar in Soho und käme ins Plaudern bei einem Glas Vierfruchtwermut oder Wodka oder dem, was die Amerikaner Bier nennen."
Janina Fleischer, Leipziger Volkszeitung

"Virtuos pendelt Kathrin Aehnlich in ihrem Roman zwischen den Zeiten und Welten. Ein sympathisches Buch, das von der großen Sehnsucht erzählt."
Eckart Baier, buchjournal

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"Kathrin Aehnlich beschreibt das kleine seltsame Land sehr treffend und ohne Weichzeichner. (…) Eine gelungene Geschichte über die Kompromisslosigkeit und den Mut der Jugend."
Katja Eßbach, NDR Info

"Kathrin Aehnlich überwindet die 6000 Kilometer zwischen Leipzig und New York und 25 Jahre deutscher Geschichte, um den Kern einer Freundschaft zu finden. Der Wechsel zwischen Nähe und Distanz bedeutet hier auch den Vergleich zwischen alltäglicher Reglementierung und unverbindlicher Freiheit."
Cornelia Geißler, SWR-Bestenliste Oktober 2013

"Dass Kathrin Aehnlich die Schilderung des Lebens im Pseudosozialismus so gut gelingt, entspringt ihrem erzählerischen Ausnahmetalent. Sie schafft authentische, lebendige Figuren und vermittelt zudem eine präzise Innensicht in ein Lebensgefühl, das sicher nicht nur Aehnlich geprägt hat – aber kaum jemand treffender als sie in lakonische, unprätentiöse Worte fassen kann."
Mona Grosche, schnüss. Das Bonner Stadtmagazin

"Kathrin Aehnlichs Blick auf die USA als das Land der Verheißung und der unbegrenzten Möglichkeiten ist ebenso frisch und unverstellt wie die Rückblenden in die Enge der oft absurd anmutenden Realität der Deutschen Demokratischen Republik. Ein überzeugender und lebenspraller DDR-Roman, der von grauenhafter Langeweile erzählt ohne je langweilig zu werden."
Renate Naber, WDR5 Scala

"Wenn jemand sich realitätsgetreu und vor allem ohne Sentimentalität an das Lebensgefühl in der DDR erinnern kann, dann ist es Kathrin Aehnlich. Sie hat ihr Thema gefunden und füllt es immer wieder mit Humor, wahrheitsgetreuer Erinnerung und einem Quentchen Bitterkeit aus. (…) In präzisen wie klaren Sätzen bringt Kathrin Aehnlich den einst erlebten Lebensalltag auf den Punkt, sie charakterisiert ihre Figuren genau, ohne sie lächerlich zu machen. Es sind eher die tragikomischen Momente, die berühren, amüsieren und das gesellschaftliche System in seiner phasenweisen Absurdität schonungslos vorführen."
Karin Hahn

"Ein berührendes Buch über Menschen zwischen den Zeiten."
Cornelia Geißler, Berliner Zeitung

"Ihr Ton ist erfrischend, witzig, von treffsicherer Ironie. (…) Kathrin Aehnlich schafft ein Idyll zwischen Büchertausch, geschmuggelten LPs und gepanschtem Alkohol. Das ist unverkitscht schön. Dieses Buch macht Spaß. Schon der Einband ist eine optische Freude."
Susanne Plecher, Sächsische Zeitung

"Aehnlichs leichtfüßige, oft komische, manchmal auch sehr traurige Beschreibung des Alltags der damals jungen Leute besticht durch eine Genauigkeit der Details, nein, sagen wir: der Requisiten. (…) Die Bühne, die Aehnlich gebaut hat, bietet Wiedererkennungswert. Das macht es Lesern, die sich anders erinnern, leichter, sich auch in ihrer Geschichte wiederzufinden. Aber Literatur soll ja ohnehin nicht lediglich eigene Erfahrung bestätigen, sie soll helfen zu entdecken. Dies schafft der Roman auf unterhaltsame Weise."
Christina Matte, Neues Deutschland

"Ein packend geschriebener Roman voller Romantik und Nostalgie, der jedoch nie ins Kitschige abrutscht. Eine Reise in die Abgründe der DDR ohne Anklage oder Gejammer."
Gesa Füßle, Buch-Magazin

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